Reiten als Gesundheitssport

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Bericht einer Teilnehmerin über den Einführungskurs "Reiten als Gesundheitssport"  

 

Am Samstag den 11.Okt.08 trafen sich fünf hochmotivierte Reiterinnen auf dem Virthahof in Bobingen um mit Kerstin Behrendt herauszufinden ob reiten gesund ist? Vorweg gesagt ja - aber nicht bedingungslos.  

Fangen wir mit der Theorie an:  

Für den Reiter bedeutet das, seine Rückenmuskulatur und seine Wirbelsäule werden gestärkt und trainiert. Sein Herz/Kreislaufsystem wird stimuliert. Bei chronischen Krankheiten wird eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht. Als Prävention für Demenzerkrankungen  und zuletzt- für die Psyche des Menschen ist reiten ein Balsam . Der Stress bleibt draußen (vor dem Reitstall) dies ist in unserer hektischen Zeit – überlebenswichtig.  

Für das Pferd ist es von wesentlicher Bedeutung, dass seine Rückenmuskeln entspannt arbeiten können, (hoffentlich ausgeprägt vorhanden und ausreichend trainiert) denn nur dann kann ein Pferd seinen Reiter auch tragen. Auch die Beine und die Sehnen des Pferdes brauchen die permanente Bewegung um gesund laufen zu können. Durch das Reiten wird nicht nur der Stoffwechsel sondern auch die Lunge, beim Lauftier Pferd,  zur optimalen Leistung animiert.  

Nun sind wir bei dem praktischen Teil des ersten Tages.  

Reiten ist gesund, wenn der Reiter korrekt sitzt. Und wie sitzt der Reiter nun korrekt? Unser Voltigierübungspferd „Volti“ aus Blech mit Dressursattel ausgestattet musste nun herhalten. Mit stoischer Ruhe lies unser Volti nun alles über sich ergehen. Wie war das? Aufrecht sitzen, den tiefsten Punkt im Sattel suchen, das Becken in Mittelposition -  sind die Steigbügel noch senkrecht ? Oh je, der Kopf schwirrt – tatsächlich schon Mittag (die heiße Suppe wärmt und sorgt für einen zufriedenen Magen).  

Am Nachmittag kommen dann die Teams (Reiter+Pferd) ins Spiel. Kerstin Behrendt verstand es jede Übung so aufzusplitten, dass jedem die Zusammenhänge klar wurden und sich so die Aha-Erlebnisse häuften. Der erste Tag ist geschafft – ein letzter reger Austausch der gemachten Erfahrungen bevor die Sonne untergeht.  

Am Sonntag  Morgen war Gymnastik angesagt.  

Auf der Stelle laufen, Arme kreisen, Beine hochziehen, Hüften bewegen. „W a r m  w e r d e n“ - unser Körper ist ein Instrument – keinem Musiker würde einfallen auf einem „kalten“ Instrument ein Konzert zu geben. Weiter geht es mit lockeren Beinen, abgekipptem Becken und elastischen Schultern,  wir sollen verstehen, wie wichtig ein warmer, lockerer Reiter für das Pferd ist. „Das Gleichgewicht des Reiters, bestimmt das Gleichgewicht des Pferdes“.  „Volti“ und der große Gymnastikball werden noch einmal arg strapaziert. Kerstin Behrendt, mit Fragen bedrängt, freut sich sichtlich über die aktiven und motivierten Teilnehmer und die erzielten Fortschritte.  

Der praktische Teil des 2. Tages  

Am Nachmittag kommen erneut die Teams ins Spiel. Die große Halle auf dem Virthahof wird für unsere Isi` s zu einem Viereck von 15x 30 m verkleinert. Darin lässt es sich optimal arbeiten. Wer hätte gedacht, dass „Frau“ nachdem sie einen Tennisball zwischen Pobacke und Sattel hat, nun plötzlich viel tiefer im Sattel sitzt und mit Hilfe von Stretchbändern Pferd und Reiter so verbandelt werden, dass sie langsam erahnen können (trotz körperlicher Probleme), wie es ist, harmonisch auf einem Pferd zu sitzen. Alle spüren, wie genau Kerstin Behrendt über die biomechanischen Zusammenhänge von Pferd und Reiter Bescheid weiß und setzen die individuellen Hilfen im Sattel um. So werden für jedes Pferd und jeden Reiter Lösungswege gefunden, die die Teilnehmer als Hausaufgaben mitnehmen.  

Ein gelungener Kurs endet mit dem Dank aller Reiter an Kerstin Behrendt. Noch mehr Informationen über Kerstin Behrendt findet ihr unter (www.menschpferd.de)

Wir freuen uns schon auf den nächsten Kurs.  

Thema  BALANCE  28/29 März 2009  

Cornelia Wernhard